Kuba Reisetagebuch Tag 1-7

Kuba Reisetagebuch 1
Tag 1 – Ankunft in Havanna

Wir sind mit Air Canada von München über Toronto (Bericht folgt) nach Havanna geflogen. Der Flug hat ca. 14 Stunden gedauert. Unser Aufenthalt in Toronto betrug planmäßig 4 Stunden, leider hatten wir jedoch 2 Stunden Verspätung. Wir kamen also erst um 1 Uhr morgens in Havanna an.

Ich hatte bereits mit einer langen Wartezeit gerechnet – und was soll ich sagen – nach über einer Stunde konnten wir unser Gepäck entgegennehmen. Am Ausgang des Flughafens bildeten sich lange Schlangen. Die eine Schlange war an der Bank zum Geld wechseln und die andere um ein Taxi zu bekommen.

Nachdem Siggi – Gott sei Dank – den ATM Automat (Geldautomat)  im ersten Stock entdeckt hatte (dort herrschte gähnende Leere), hatten wir genügend Geld für die ersten paar Tage. Ein Taxi zu bekommen gestaltete sich jedoch weitaus schwieriger. Taximangel absolut sozusagen.

Wir folgten dann einem mysteriösen Mann mit weißen Shirt quer über die Straße, vorbei an den ganzen Taxis, ins hinterste Eck eines Parkplatzes. Ich weigerte mich einzusteigen, dann kam auch schon die Polizei. Sie fragten uns was wir hier machten. Der „Taxifahrer“ der einen zweiten Kumpel dabei hatte, versteckte sich hinter dem Auto, wurde aber natürlich trotzdem gesehen. Wir wurden weggeschickt. Vermutlich Taxifahrer ohne Lizenz.

Wir unterhielten uns mit ein paar Deutschen – die direkt einen Pick-up Service mitgebucht hatten. Hätten wir auch machen sollen, da wir ja für die erste Nacht das Hotel „Neptuno“ gebucht hatten (50 CUC inklusive Frühstück für 2). Wie dem auch sei: Wir kamen tatsächlich nach 25 Minuten Taxifahrt (25 CUC) im Hotel an.

Kurz noch ein paar Worte zum Hotel: Das Zimmer an sich war relativ schön und wir hatten sogar Meerblick. Allerdings ließ die Sauberkeit deutlich zu wünschen übrig. Mich persönlich hat das ehrlich gesagt nicht gestört – ich hatte Fieberschübe und war froh überhaupt ein Bett zu haben.

Tag 2 – Havanna Altstadt

Wir standen gegen neun auf und sind direkt zum Frühstück gegangen. Allerdings war um diese Uhrzeit nicht mehr viel übrig. Mir fiel auch auf, dass sich das Personal auch am Buffet, sowie an der Kaffeemaschine bediente. Finde ich an sich überhaupt nicht schlimm, allerdings sollten doch trotzdem erstmal die Gäste dran sein oder? Sichtlich genervt (immer noch mit Fieber) hab ich mir dann die letzten Früchte und ein paar Pancakes genommen. Als dann irgendwann wieder aufgefüllt wurde, haben sich die Leute auf das Essen gestürzt wie die Hyänen.  Trotz alledem fand ich das Frühstück nicht so schlecht wie man im Voraus überall gelesen hat. In nahezu jedem Internetportal das von Kuba handelt, hieß es nämlich, dass das Essen in den Hotels nicht genießbar sei (im Vergleich zu den Casa Particulares).

Wir machten uns anschließend mit einem Oldtimer Taxi für 10 CUC auf dem Weg in die Altstadt, um zumindest den Tag ein wenig zu nutzen. Was wir genau angeschaut haben, erfahrt ihr in meinem separaten Blogposts über die Sehenswürdigkeiten.

Das Wetter war so herrlich, das hat echt gut getan. Die Kubaner bieten alle möglichen Arten von Sightseeing Touren an: Oldtimer Stadttour, Kutschfahrten, Hop on Hop off Touren,  mit dem Fahrrad etc.  Alles liegt zwischen 25 CUC und aufwärts. Wir waren jedoch nur zu Fuß unterwegs. Zweimal hat man uns auch angebettelt. Wir sollten Milch für die Kinder kaufen. Als wir dann sogar eine kaufen wollten, wurde sich direkt die Einkaufstüte vollgemacht, sodass wir es dann doch sein ließen. Laut Erfahrungsberichten soll man das Betteln in Kuba auch nicht unterstützen. Aber jeder wie er denkt.

Da es mir ja leider nicht gut ging, sind wir dann zurück zum Hotel und haben uns ausgeruht. Später am Nachmittag haben wir uns dann etwas an den Pool gelegt – der war jedoch leider nicht befüllt  bzw. wurde gerade gereinigt.

Abends sind wir dann in eine Cafeteria um die Ecke, in der ich definitiv die schlechteste Pizza aller Zeiten gegessen habe (Pizza Napolitana – mehr dazu in meinem Food Diary auf Youtube). Aber die Kellner waren sehr nett ;-)

Tag  3 – Mietwagen

Um elf Uhr holten wir unseren, bereits in Deutschland gebuchten und bezahlten, Mietwagen ab. Wenn ihr Fragen dazu habt, beantworte ich sie euch sehr gerne in den Kommentaren. Ein kleiner, blauer Kia sogar mit Klimaanlage :-D  wir fuhren direkt in Richtung Pinar del Rio (ca. 2,5 Stunden Fahrt). Wir fuhren die Autopista entlang, als uns eine Art „Policia“ anhielt. Diese bat uns einen jungen Mann mitzunehmen, dem angeblich sein LKW liegen geblieben sei und der von Pinar del Rio aus seine Firma anrufen wolle. Der Mann war sehr dankbar, von uns mitgenommen zu werden und hat uns auch Geld angeboten, welches wir jedoch nicht annahmen. Um sich erkenntlich zu erweisen, wollte er uns in seine (!!!) Tabakfabrik bringen, um uns einen Kaffee sowie eine Zigarre zu spendieren. Als wir dann mehrfach dankbar ablehnten, wollte er von uns unter der nächsten Brücke rausgelassen werden.

Wir kamen irgendwann in Pinar del Rio an und wurden an einer roten Ampel angequatscht, ob wir etwas Bestimmtes suchen. Gutgläubig wie wir sind fuhren wir demjenigen hinterher. Zunächst zeigte er uns die Cathedral und danach brachte er uns in ein Restaurant, das eigentlich ganz nett aussah. Leider war das Essen wirklich nahezu ungenießbar, da es nicht mehr frisch war. Überteuert war es zudem auch noch. Auf der Rechnung waren dann 1,50 CUC als „Service“ aufgeführt, das war für den Schlepper.

Ursprünglich war die Weiterfahrt nach Maria la Gorda geplant. Da es dort jedoch nur ein Hotel und keine Casa Particulares gibt, haben wir die Route spontan geändert, da mein Gesundheitszustand sich nicht gebessert hatte. Es wäre einfach zu risikoreich gewesen, noch nach Maria la Gorda runter zu fahren, ohne sichere Unterkunft und  dann nachts doch noch woanders hinzufahren,

Somit sind wir nach Vinales gefahren (ca. 45 Minuten). Vinales ist wunderschön, aber überschaubar. Wir haben getankt (1,30 CUC pro Liter) und haben uns dann auch wieder auf den Weg über La Palma (schlechte Straßen) Richtung Cayo Levisa gemacht.

Dort angekommen (später Nachmittag) haben wir uns die Bootsanlegestelle angeschaut und uns nach den Preisen erkundigt.

Direkt beim ersten Casa (Casa Mario y Antonia) nach der Bootsanlegestelle (ca. 100 m) haben wir für zwei Nächte eine Unterkunft gefunden (Zimmer seht ihr auch in meinem FMA auf Youtube). Super liebe und tolle Gastgeber. Das Zimmer kostet 20 CUC pro Nacht plus 3 CUC pro Person für das Frühstück. Abendessen kam auf 10 CUC pro Person (vergleichsweise teuer – aber sooooo gut).

An diesem Abend lernten wir Kathi und Alex aus München kennen, die uns auf Anhieb sehr sympathisch waren.

Tag 4 – Insel Cayo Levisa

Geweckt wurde Siggi (ich nicht, da ich prinzipiell nur mit Oropax schlafe und immer noch krank war) vom Hahn der bereits sehr früh krähte.

Kuba Reisetagebuch 3
Das Frühstück war so ein Traum, wirklich Wahnsinn. Um kurz nach neun machten wir uns dann auf dem Weg zur Bootsanlegestelle. Wir bezahlten 25 CUC pro Person, um mit der Fähre auf die ca. 30 Minuten entfernte Insel  zu gelangen. Inbegriffen waren ein Drink und ein Mittagsbuffet.

Die Insel ist unfassbar schön. Der bezauberndste Strand, den ich bisher gesehen habe. Weißer, feiner Sandstrand und klares, türkisblaues Wasser. Mir ging es das erste Mal seit Tagen ein klein wenig besser. Schattenplätze gab es aber kaum, also Sonnenschutz nicht vergessen! Liegen sind kostenfrei vorhanden. Das Mittagessen fand ich passabel.

Kuba Reisetagebuch 2
Wichtig zu wissen: Die Fähre fährt nur zweimal pro Tag. Das heißt wenn ihr um 10:00 Uhr die Fähre verpasst müsst ihr ein Taxi Boot nehmen. Abends fährt das Boot um 17:00 Uhr zurück. Tauchen könnt ihr dort auch (ca. 40 CUC).

Als wir zurück kamen haben wir mit einem Freund unserer „Casa Familie“ eine Plantagen Tour gemacht. Grigori hat uns über 45 Minuten durch die Plantagen und Gärten geführt. Er hat uns mit sämtlichen Pflanzenarten, Bäumen und Früchten vertraut gemacht. Ein Highlight dieser Reise. Geld hat er dafür nicht verlangt. Wir haben ihm dann 5 CUC Trinkgeld gegeben, worüber er sich wie ein Schneekönig gefreut hat. Das war im Übrigen auch einer der wenigen Tage, an denen ein paar Tropfen warmer Tropenregen vom Himmel gefallen sind – herrlich.

Kuba Reisetagebuch 5
Tag 5 – Weiterfahrt nach Varadero

Da wir uns so gut mit unseren zwei deutschen Amigos verstanden, hatten sie sich entschlossen, mit uns ihre Tour weiterzuführen. Wir haben uns total über die Gesellschaft gefreut. Also quetschten wir uns zu viert mit Gepäck in unseren kleinen Kia. Wir legten ein paar Pausen ein (Gesamtfahrt 4 Stunden) und hielten an kleineren Ortschaften, wo wir auch zum ersten Mal an den Ständen der Einheimischen aßen. Dort wurde auch mit CUP nicht mit CUC bezahlt. So bezahlten wir für zwei kleine Pizzen und 4 Getränken etwas mehr als einen Euro.

Kuba Reisetagebuch 6
Kati hat dann aus ihrem Reiseführer (Lonely Planet) ein Hotel rausgesucht, wo wir dann auch direkt hinfuhren. Leider nicht besonders schön und im Vergleich zu Casas auch viel teurer. „Schleppern“ sei Dank sind wir dann in ein Casa gekommen, wo wir direkt zwei Zimmer für 3 Nächte gebucht haben. Dank Katis spanisch und ihren Verhandlungskünsten haben wir für 3 Nächte, 3x Frühstück für 2 Personen und 1x Abendessen für 2 Personen ca. 70 CUC bezahlt.

Marie – unsere Casa Mama – war sehr lustig. Sie hatte immer einen riesen Ausschnitt an und das bei voller Brustbehaarung. Leider war sie auch nicht die sauberste Gastgeberin. Mit dem Handtuch mit dem sie sich ihren Schweiß abgewischt hat, hat sie auch die Teller abgespült bzw. getrocknet. Die einzige Kakerlake, die wir in diesem Urlaub gesehen haben – war hier :-D Das Abendessen brachte sie bereits fertig auf Tellern mit Glassichtfolie bedeckt mit. Wir aßen kein weiteres Mal bei Marie zu Abend. Marie selbst hat mit ihrem Mann im Untergeschoss im Hochbett auf 2m² gewohnt.

Tag 6 + 7 Strand und Entspannung

Diese beiden Tage waren super. Spieleabende, Strandtage und ein bisschen Shopping. Da wir nur ein paar Meter vom Strand entfernt wohnten, ging es daher zunächst immer an den wunderschönen Strand. Nicht so traumhaft wie Cayo Levisa, aber immer noch fabelhaft. Wir kauften über Marie die Zigarren, die die Einheimischen rauchen für 12,50 CUC für 25 Stück. Ich gönnte mir eine Massage für 15 CUC pro Stunde und kaufte mir ein wunderschönes Strickkleid von einem der vielen Stände an denen man Souvenirs kaufen konnte.

Kuba Reisetagebuch 4
Viele Leute mögen Varadero nicht. Sie sagen “Varadero ist viel zu touristisch. Das ist nicht Kuba”. Ich sehe das ganz anders. Kuba ist das, was du selbst draus machst! Ich habe in Varadero keine Hotelpromenade angeschaut bzw. gesehen. Wir hatten keinen Pool oder 5 Sterne Hotel. Wir haben uns mit Einheimischen unterhalten und einfach nur die Zeit genoßen. Havanna ist für mich (!) VIEL touristischer. Die Kubaner sind dort viel “aufdringlicher” und wollen dir mehr verkaufen. Das war in Varadero überhaupt nicht der Fall. Es war auch mal ganz schön, sich einfach mal eine Flasche Wasser im Supermarkt kaufen zu können. Die sind nämlich in den anderen Städten Mangelware gewesen.

 

 

 

 

hier teilenTweet about this on TwitterShare on Facebook

Kommentare (2)

  1. Oliver

    Hey, ein super Reisebericht!
    Wir starten im September unsere Kuba-Rundreise.
    Hab eine Frage zu eurem Auto…Vielleicht kannst du mir mal ein Paar Infos geben. Wo habt ihr gebucht, was habt ihr bezahlt, gab’s irgendwas was man noch wissen muss.
    Ich freue mich auf deine Nachricht!
    Danke!

    Antworten
    1. honeylenchen (Beitrag Autor)

      Dankeschön :-) Habe auch viele Kuba Videos auf Youtube hochgeladen – vielleicht helfen die dir auch weiter :-) Wir haben ca. 700 € für 2,5 Wochen bezahlt.. Den Anbieter weiß ich leider nicht mehr, könnte aber Cuba Cars gewesen sein.. Viele Grüße Madeleine

      Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>