Kuba Reisetagebuch Tag 7 – 14

Kuba Reisetagebuch 1

Tag 8 – Schweinebucht

Nun hieß es: Abschied nehmen. Von hier an trennten sich unsere Wege, denn Kathi und Alex flogen einige Tage später von Varadero wieder nach Hause. Ein paar grandiose Tage lagen hinter uns und nun ging es weiter Richtung Süden. Die Beiden haben uns wirklich die ersten Tage in Kuba versüßt. Sie haben uns gezeigt wie man Kuba „richtig lebt“. Anfangs haben wir uns nicht zurecht gefunden, aber dank den Zweien wurde es ein Traumurlaub.

Nach 2,5 Stunden Fahrt, über teilweise wirklich schlechte Straßen, kamen wir an der Schweinebucht an. Eigentlich ist das ja „nur“ ein Strandabschnitt. Schweine (Cochinos) haben wir dort zumindest nicht gesehen. Geschichtlich gesehen sollte man dort natürlich gewesen sein, da über diese Bucht die Amerikaner damals eingefallen sind.

Wir kamen an ein Casa welches relativ neu gebaut wurde (La Terraza de Mily). Der Besitzer sprach englisch und es war schon fast europäischer Standard. Seife im Bad, Klimaanlage und Ventilator. Dieses Casa kostete 30 CUC inklusive Frühstück.

Den Tag verbrachten wir am wunderschönen Strand. Wir lernten dort eine  Italienerin kennen, die einen Kubaner als eine Art „Security“ dabei hatte. Wir kamen ins Gespräch weil die Zwei eine riesen Pizza dabei hatten – und wir fragten dann natürlich woher die sei. Typisch kubanisch: er gab uns zwei große Stücke ab. Natürlich auch ohne einen Cent dafür zu nehmen. Er war regelrecht beleidigt, als ich ihm Geld geben wollte.

Kuba Reisetagebuch 2

Später am Abend aßen wir dann im Casa zu Abend (10 CUC pro Person). Super leckeres Essen und nette Leute. Wir lernten ein Mädchen aus Schweden kennen, welches tatsächlich 2 Monate auf Kuba umher reist – genial. Ebenso lernten wir ein älteres, französisches Paar kennen, welches uns total von den Safari Touren im Norden vorschwärmte.

Tag 9 – Santa Clara Memorial

Ursprünglich wollten wir in einen Nationalpark an der Schweinebucht gehen. Als wir uns erkundigten, hieß es allerdings, dass man keine Alligatoren sieht, sondern ausschließlich Vögel. Somit machten wir uns direkt auf den Weg nach Santa Clara (2,5 Stunden Fahrt) zum Che Guevara Memorial.

Das Memorial ist absolut nicht zu verfehlen. Eine riesen Che Figur mitten an der Straße. Der Eintritt in die Museen ist gratis. Unterirdisch links kommt ihr in einen kleinen Raum, wo die Überreste aus Bolivien von Che Guevara vergraben sind, sowie aus Stein gemeißelte Gesichter aller Kämpfer der Revolution. In einem separaten Raum rechts sind Gegenstände in Glasvitrinen aufgebaut. Sogar mit englischen Untertiteln, das war zur Abwechslung echt klasse. Das muss man auf jeden Fall gesehen haben!

Kuba Reisetagebuch 3

Weiter ging es nach Cienfuegos. Ein hübsches, historisches Städtchen. Wir schauten uns den Jose Marti Park an, in dem auch das Teatro liegt. Lange blieben wir jedoch nicht, denn es ging weiter nach Trinidad (ca. 80 km).

Auf der Fahrt fiel uns direkt diese unfassbar schöne Hügellandschaft auf. Ich habe die Fahrten alle so genossen, da Kuba landschaftlich sehr viel zu bieten hat. In Trinidad angekommen, fuhren wir schnurstracks zu einem Casa das uns Kathi empfohlen hatte. Leider war dieses bereits voll, sodass die Casa Eltern für uns direkt den Telefonhörer in die Hand nahmen, um uns Ersatz zu suchen.

Wir landeten dann im „Hostal Maria Luisa“ in einer Slum Straße. Wir fuhren durch ein „Tor“ mitten in Trinidad durch, um dorthin zu gelangen. Weit und breit kein anderes Auto außer unserem. Klasse – das war mein erster Gedanke. Sie verlange ursprünglich 25 CUC + 10 CUC Frühstück für Zwei. Wir handelten dann auf 30 CUC inklusive. Zusätzlich kamen noch 2 CUC für die „Auto Secura“ dazu. Die kamen aber in den meisten Casas dazu. Ich würde es auch immer wieder bezahlen – bevor dann ein Reifen oder irgendetwas anders fehlt :-D

Maria Luisa verlangte auch keine Ausweise von uns, was im Nachhinein gesehen wirklich Mist war. Wir haben sozusagen illegal dort gewohnt. Es ist wichtig, dass die Gastgeber eure Pässe verlangen, da sie euch melden müssen. Somit weiß dann auch der „Staat“ bescheid das ihr dort wohnt. Die Kubaner müssen natürlich dafür auch Abgaben zahlen. Dazu später mehr.

Wir aßen abends in einem staatlichen Restaurant direkt in der Altstadt Trinidads. Das Essen war vollkommen in Ordnung. Ich aß Spaghetti mit Knoblauch für 3,50 CUC und Siggi aß Chicken mit Reis für 4,50 CUC. Im Allgemeinen wird das Essen in staatlichen Restaurants als eher schlecht dargestellt, in diesem war es aber lecker.

Das Eis aus der Eisdiele zum Nachtisch war allerdings sehr teuer. 1,50 CUC pro Kugel, aber zumindest war es auch lecker. Trinidad ist auch sehr knuffig und historisch. Wir sind ein bisschen durch die Gassen spaziert und haben den Flair auf uns wirken lassen.

Tag 10 Weiterfahrt nach Camagüey

Das Frühstück war sehr dürftig im Vergleich zu anderen Casas. Es gab etwas Obst und trocknes Brot. Ich bekam noch Rührei. Der Mann von Maria Luisa konnte sogar ein paar Worte deutsch, da er für einige Monate in Dresden gearbeitet hatte.

Wir fuhren an den 11 km entfernten Strand Playa Ancon. Wieder wunderschön und es gab kostenlos Schirme. Fürs Parken bezahlten wir wieder 2 CUC.

Am Nachmittag fuhren wir nach Sancti Spiritus (66 km). Auch ein knuffiges Städtchen, in dem Kubas älteste Kirche steht.

Kuba Reisetagebuch 4

Unser nächster Stopp danach war nun Camagüey (180 km). Dort angekommen wurden wir an der Tankstelle erneut in ein Casa abgeschleppt. Zum Glück! Das war rückblickend das beste Casa particulares in welches wir während unserer Reise untergebracht waren.

Der „Schlepper“ betonte mehrfach von sich aus, dass er kein Geld für das Vermitteln bekam. Es handle sich um Familie. Schwachsinn.. die Familie sagte, er bekommt natürlich eine Provision (die wir aber nicht bezahlten).

Wir nächtigten bei einer sehr lieben und bemühten kubanischen Familie. Die Schwiegertochter der Familie sprach sehr gut Englisch. Nach dem Abendessen (es gab übrigens Hummer), unterhielten wir uns noch stundenlang über die kubanische Geschichte, die Mentalität der Menschen und allgemein das Leben auf Kuba. Es war wirklich sehr interessant zu erfahren, wie die Menschen denken und leben. Zum Thema englische Sprache: Die Kinder auf Kuba lernen ab der primary school nun Englisch.

Sie erklärten uns ebenfalls wie das „Casa System“ funktioniert. Für jedes Zimmer welches für das Vermieten zur Verfügung steht, müssen sie 35 CUC monatlich an den Staat abtreten. Dazu kommen dann von jeder Übernachtung noch 10 % der Einnahmen für Essen und Zimmer. Wir werden durch die Abgabe unserer Pässe als Immigrants gemeldet.

Tag 11 „Safari Tour“?

Unsere Gastfamilie hatte am Vortag noch sämtliche Infobüros und Bekannte angerufen, um sich für uns nach einer Safari Tour zu erkundigen. Es gab tatsächlich eine bei Belen (40 km ca.)

Es lag mitten in der Pampa und wir haben fast 2,5 Stunden gebraucht, um die Ranch zu finden. 3 km vor der Ranch passierten wir ein Tor, wo wir unsere Pässe vorzeigen mussten (deshalb immer dabei haben!!). Wir bezahlten 9 CUC pro Person und wurden dann durch das Gelände der Ranch geführt Zum Glück hatten wir nette Österreicher gefunden, die spanisch konnten und uns übersetzten. Denn der Junge der uns etwas herumführte, sprach keinerlei Englisch.

Wir waren sehr enttäuscht von der „Safari Tour“, die angeblich auch ein Geheimtipp sei. Wir liefen über 2 Stunden durch die Gegend, sahen eine Höhe (die war echt toll) und ein paar Pflanzen, Vögel und eine weise Eule. Er erklärte, dass die Tiere, die in freier Wildbahn lebten, wohl gerade an diesem Tag auf der anderen Seite des Geländes seien. Ich lasse das einfach mal so stehen :-D

Kuba Reisetagebuch 5

Die Ranch hatte natürlich auch einen Stall mit wunderschönen Pferden. Er erzählte uns, dass diese regelmäßig Wettbewerbe gewannen. Ebenfalls in dem Stall war ein eingesperrtes Zebra, das nie frei gelassen wurde, da es zu „wertvoll“ sei. Das konnte ich mir wirklich nicht anschauen.

Rückblickend würde ich die Tour nicht empfehlen.

Tag 12 Bayamo

Nach einem traurigen Abschied fuhren wir weiter Richtung Bayamo (3,5 Stunden). Unsere Gastfamilie organisierte uns direkt die nächsten Übernachtungen in Bayamo und Santiago de Cuba.  Als wir nach Bayamo hineinfuhren und kurz stehen geblieben sind wurden wir wieder von einem Fahrradfahrer abgeschleppt, der uns auf die Adresskarte geschaut hatte (also Adressen verstecken!!). Als wir am Ziel ankamen wollte er als Bezahlung ein T-Shirt und eine Hose von Siggi haben. Wir gaben ihm ein T-Shirt, eine Hose hatten wir leider nicht zu entbehren. Unsere Unterkunft war für diese Nacht bereits ausgebucht, sodass wir wieder woanders hinfuhren. Wir kamen bei einem netten Paar an und bekamen direkt eine frische Mango. Das Zimmer hatte sogar einen Balkon, von wo aus wir direkt auf einem Mangobaum schauen konnten. Um den Tag ausklingen zu lassen sind wir etwas durch die Innenstadt von Bayamo geschlendert und haben uns etwas zum Essen geholt. Etwas schade war es, dass unsere Gastgeber kein einziges Wort englisch sprachen, sodass wir nur das nötigste mit Händen und Füßen mitteilen konnten.

Tag 13 La Plata  

Auf diesen Tag habe ich mich schon den ganzen Urlaub gefreut. Wir wanderten auf den Spuren Fidel Castros. Morgens um 7 Uhr fuhren wir Richtung Sierra Maestre (ca. 1 Stunde Fahrweg). Vor Ort bezahlten wir dann 25 CUC pro Person, was das Jeep-Shuttle, ein kleinen Snack und die Führung durch la Plata beinhaltete. Um den Wanderweg (3 km einfach) also zu beginnen, wurden wir einen relativ steilen Berg hinauf gebracht. Für diese Route waren auch nur diese Shuttles zugelassen. Unser „englisch sprachiger Tourguide“ konnte leider auch wieder kein Wort englisch sprechen.

Kuba Reisetagebuch 7

Aber wieder hatten wir Glück, dass wir mit einer holländischen Reisegruppe eine Tour hatten. Sie hatten ihren eigenen Guide dabei und der sprach sehr gut Englisch (ein Kubaner, der für Cuba Tours angestellt war). Der 6 km lange Fußmarsch war für uns absolut kein Problem. Es ging teilweise steil nach oben, von daher ist festes Schuhwerk sehr wichtig. Man sah die Hütten der Wachposten der Revolution, die Küche in der das Personal gekocht hat (nur nachts wegen dem Rauch) und natürlich Fidels Haus. Alles im Originalzustand. Fidel hat dort mit ca. 25 weiteren Personen 6 Monate gelebt und wurde nicht gefunden. Für mich ein Highlight.

Kuba Reisetagebuch 6

Wir kehrten gegen 15:30 Uhr nach Bayamo zurück und entschieden uns spontan direkt nach Santiago de Cuba weiterzufahren. Ca. 1,5 Stunden später kamen wir bei Sandra in Santiago de Cuba an und wurden sehr herzlich empfangen. Zum ersten Mal hatten wir ein Apartment ganz für uns allein (zwei Häuser weiter von Sandra). An diesem Wochenende war eine Art Volksfest in der Nebenstraße. Laute Musik und leckeres Essen, was will man mehr.

Tag 14 Spontaner Strandtag

Wir frühstückten ganz gemütlich um neun und fuhren dann zum 40 Minuten entfernten Strand „Playa Casual“. Es gibt einige Strände in der Nähe von Santiago de Cuba, an denen wohl viele Touristen sein sollen. Ursprünglich wollten wir nach Guantanamo, davon riet uns allerdings unser Gastvater ab. Das Militär dort findet es absolut nicht lustig, wenn sich Touristen dahin verirren. Wie auch immer, wir ließen es sein und fuhren zum Strand, den uns unsere Gastmutter empfohlen hat.  An unserem Strandabschnitt waren jedoch nur Kubaner. Die Einheimischen tranken ihren Rum im Meer und genossen ihr Leben – herrlich :-). Abends aßen wir dann noch bei der Familie zu Abend und packten unsere Rucksäcke, denn am nächsten Tag ging es mit dem Flieger wieder zurück nach Havanna.

 

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Kommentare (2)

  1. Ani

    Traumhaft!!

    Ich freue mich total über die ganzen Kuba Berichte :) Ich würde auch gerne einen Kuba Trip im August machen und hol mir grad super Inspirationen bei dir ;)

    Danke dafür :)

    xx
    ani von ani-hearts

    Antworten
    1. honeylenchen (Beitrag Autor)

      Sehr sehr gerne :-) Ich vermiss Kuba sehr!

      Antworten

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